Druckansicht

Suche

 
Förderung

 

 


NABU Naturschutzzentrum Federsee
> Aktuell > aktueller Naturbeobachtungstipp

  Naturbeobachtung im April
Großes Casting bei Froschkönig und Kohlmeisen-Kavalier

Weißstorch
Weißstorch
Im April besetzten Braunkehlchen, Feldschwirle und Wiesenpieper ihre Reviere und balzen. Auf den Feuchtwiesen blühen Schlüsselblume und Sumpfdotterblume. Im Storchennest auf dem Bad Buchauer Schloss hat ein Paar seine Kinderstube eingerichtet.
Beim Spaziergang auf dem Federseesteg rufen morgens und abends Wasserrallen. Die Rohrweihen kehren zurück und balzen intensiv mit Atem beraubenden Flugmanövern - das ist Flugakrobatik pur! Vormittags schleppen sie oft Schilfhalme zu ihrem Bodennest im Röhricht. Im Schilf und in den Streuwiesen singen Rohrammern. Rohrschwirle rufen mit Nähmaschinen-artigem Gesang. Ab Mitte April kommen die ersten Teichrohrsänger zurück und beginnen dann zu "schimpfen wie ein Rohrspatz".
Am Ufer des Federsees beginnen Haubentaucher, Blässrallen und Höckerschwäne mit der Brut. Höckerschwäne sind sehr territorial, sie verjagen jüngere Artgenossen vehement, so dass sich revierlose Tiere dann im Schwarm in der Seemitte sammeln. Flussseeschwalben treffen nach und nach ein und balzen lauftstark.
In den Morgen- und Abendstimmen ertönt ein intensives Vogelstimmen-Konzert, das ab Mitte April durch den Kuckuck ergänzt wird.
 

  Piepshow bei Familie Star
Live-Einblicke in einen Kamera-Nistkasten


Bildquelle Matthias Ritter
Im NABU-Naturschutzzentrum Federsee kann man wieder einer Starenfamilie live bei ihren Aktivitäten rund ums Familienleben zuschauen. Die Staren-Piepshow findet in einem Spezial-Nistkasten über der Tür des Zentrums statt. Nicht nur für Kinder ein spannendes Erlebnis!
Im Dach des Nistkastens sind eine Kamera und ein Mikrofon integriert. Damit kann man im Ausstellungsraum auf einem Monitor verfolgen, was im Ehe- und Familienleben der Starenfamilie so alles abgeht. Wie Vater und Mutter Star das Nest bauen, wie sie Eier legt, ob es auch bei Staren Ehekrach gibt, wie die Jungen schlüpfen und gefüttert werden - das kann man alles beobachten und mithören, ohne dass die Tiere gestört werden.
In 2016 lag am 5. April das erste Ei im Kasten, am 23.Mai hat das Starenpärchen mit dem zweiten Durchlauf begonnen. Die zweite Brut hat am 29.6. 2016 das Nest verlassen.
 

  Der Kuckuck ist wieder da!
Frühlingsbote

 
Ab Mitte April ist überall im Ried der Kuckuck zu hören. 25 bis 40 Kuckuckspaare brüten am Federsee – beziehungsweise lassen brüten, denn der Kuckuck ist ein Brutschmarotzer: Das Kuckucksweibchen legt seine Eier in fremde Nester in der Hoffnung, dass die Vogeleltern diese unbemerkt ausbrüten und großziehen. Insgesamt ist in Europa bei 45 Wirtsvogelarten erfolgreiche (Kuckucks-)Jungenaufzucht bekannt. Dabei ist jedes Kuckucksweibchen auf eine bestimmte Wirtsvogelart spezialisiert, nämlich auf diejenige, von der sie selbst einst aufgezogen wurde. Am Federsee ist der Teichrohrsänger der bevorzugte Wirt.
Kuckucke arbeiten mit allen Tricks: Hat das Weibchen ein geeignetes Nest gefunden, entfernt sie ein Ei und legt ein eigenes hinzu. Nach einer extrem kurzen Bebrütungszeit von nur 11 – 12 Tagen schlüpft das Kuckucksjunge. Kaum geschlüpft, befördert es alle bereits geschlüpften Wirtsgeschwister oder Eier aus dem Nest. Etwa drei Wochen lang füttern es seine unfreiwilligen Adoptiveltern und sind bald wesentlich kleiner als ihr Stiefkind. Ein Kuckuck wird etwa 33 cm groß, seine Teichrohrsänger-Zieheltern nur 13 cm!
Wer meint, der Kuckuck mache sich ein leichtes Leben, irrt gewaltig. Während andere Vögel ihr Heim innerhalb weniger Tage errichten und mit der beschaulichen Brut beginnen, ist das Kuckucksweibchen ständig auf Achse. Sie muss geeignete Wirtsnester finden, deren Gelege noch nicht vollständig sind, damit die Eier noch nicht bebrütet sind. Da sie einkalkulieren muss, dass die Täuschung auffliegt, legt sie, über etwa 8 Wochen verteilt, wesentlich mehr Eier als „normale“ Vogelweibchen, insgesamt etwa 20 Stück!
 

  Single-Party bei Zaunkönig und Rotkehlchen
Vogelbalz im Federseemoor

Rotkehlchen
Rotkehlchen
Wer zeitig am Morgen durchs Federseemoor spaziert, kommt sich zur Zeit vor wie bei einer gigantischen Single-Party. Da wird geflötet, gezwitschert, jubiliert und geschmettert.
Der Vogelgesang ist ein symbolischer Grenzzaun gegenüber fremden Männchen. Den Damen jedoch signalisiert der Gesang, dass hier ein stattliches Vogelmännchen einen schönen Bauplatz inmitten eines Nahrung bietenden Grundstückes besitzt. Unterstützt wird die Wirkung der Minnelieder noch durch auffällige Balzkleider.
Luftakrobatik und Minnelieder überall: Große Brachvögel rufen beim Balzflug mit kilometerweit hörbaren melodischen Flötentönen. Bekassinen erzeugen ein meckerndes Geräusch, indem sie die äußersten Schwanzfedern abspreizen. Über dem Schilf führen die grau-schwarzen Rohrweihenmännchen halsbrecherische Luftakrobatik vor. Sie lassen sich wie Flugzeuge mit Maschinenschaden nach unten trudeln, fangen die drohende Bruchlandung knapp über dem Boden auf, drehen sich auf den Rücken und fliegen wieder hoch. Dann folgt ein eleganter Looping...
Im Banngebiet wird man vom Flöten der Gartengrasmücke begrüßt. Schon von weitem dröhnt das Reviertrommeln der Spechte. Weiter im Waldinneren wispern die winzigen Goldhähnchen, überdeckt vom Buchfink, und aus dem Unterholz kommt der perlende Gesang der Rotkehlchen. Lautstark schmettert ein winziger Zaunkönig seine Strophe.
Gegen Ende des Frühjahrs hören die bezaubernden Vogelstimmenkonzerte langsam auf, die meisten Paare haben sich gefunden und brüten bereits. Ein aufwändiger Gesang lohnt sich also nicht mehr. Eigentlich schade!

 

  Wo das Schilfschwein schreit...
Die Wasserralle quiekt wie ein Ferkel

 
Wussten Sie schon, dass am Federsee eine seltene Spezies lebt, das Schilfschwein? Es lebt verborgen im Schilf, zeigt sich kaum, und es quiekt wie ein Ferkel! … Nun ja, das ist natürlich „Ornithologenlatein“. Tatsächlich hören Sie die Wasserralle, die ihr Revier absteckt! Dieser gut getarnte Rallenvogel lebt versteckt im Röhricht und ist kaum zu entdecken. Nur selten fliegt er in niedrigem Flug über den Kanal, dabei ist der rote Schnabel gut zu erkennen. Seine Anwesenheit zeigt dieser Vogel anders: durch auffällige ferkelartige Rufe, was ihm den Spitznamen "Schilfschwein" eingebracht hat!
 

  Der Weißstorch
Frühlingsbote und Glücksbringer


Bildquelle Klaus Weiß
Einige der Federseestörche haben sich die Reise nach Afrika gespart. Vor ihren aus den Winterquartieren zurückkehrenden Artgenossen besetzen sie die Horste und sind regelmäßig auf den Feuchtwiesen bei der Nahrungssuche zu entdecken.
Bei der Reise benutzen zwei Drittel der heimischen Weißstörche die Route über den Bosporus, das andere Drittel fliegt über Gibraltar nach Afrika - offene Wasserflächen wie das Mittelmeer werden mangels Thermik gemieden. Bis zu 600 km schafft ein Weißstorch pro Tag, legt aber zwischendurch auch immer wieder längere Pausen ein. So dauert es einige Monate, bis das Ziel erreicht ist. Manche Weißstörche ziehen 10.000 km pro Strecke!
Als Bringer neuen Lebens auf Feld und Flur nach dem langen Winter galt der Storch bei den Germanen als Götterbote und wurde zum heiligen Vogel Donars.
 

  NABU-Naturschutzzentrum Federsee
Federseeweg 6
88422 Bad Buchau
Tel: 0 75 82 / 15 66
Fax: 0 75 82 / 17 78
eMail:
Träger des Naturschutzzentrums
Naturschutzbund Deutschland e.V. (NABU)
Landesverband Baden-Württemberg
 

Unsere nächsten Veranstaltungen
 
So, 30.04.17, 07:00
Vogelstimmenexkursion ins Banngebiet
Di, 02.05.17, 19:00
Führung in den Wackelwald
Sa, 06.05.17, 19:00
Themenführung zum Federsee
Di, 09.05.17, 19:00
Führung in den Wackelwald
Do, 11.05.17, 16:00
Diavortrag: Faszination Federsee

Weitere Termine im Veranstaltungskalender

gefördert nach dem Förderprogramm Landschaftspflege-richtlinie (LPR)
 


 

LIFE+-Projekt Federsee
  EU-Life
Infos zum LIFE+-Projekt Federsee

see english pages for LIFE+ project

Newsletter
  NABU Federsee Newsletter
Jetzt immer aktuelle Informationen zum NABU Naturschutzzentrum Federsee als Newsletter empfangen.

Öffentliche Führungen
  Besucher am Federseesteg
Wir veranstalten für Sie regelmäßig öffentliche Führungen. Werfen Sie einen Blick auf unsere Übersicht.

Was ist los am Federsee?
  Bad Buchau am Federsee
Hier erhalten Sie Tipps zur Planung Ihres Aufenthalts am Federsee. Viel Spaß!

Unser Partner
 
Das NABU-Naturschutz- zentrum wird unterstützt von Carl Zeiss Sports Optics


 

 

 
Aktuell
Naturerlebnis
Federseemoor
LIFE+-Projekt
Helfen
Jobs
Über uns
Newsletter
Startseite