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Naturbeobachtung im Juni
Feuchtwiesenblüte, Vogelnachwuchs, Froschkonzerte
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 | Im Juni bieten die Feuchtwiesen dem Spaziergänger ein Feuerwerk an Farben. Blütenteppiche zaubern lila, rosa und gelbe Aspekte auf die Riedwiesen.
Überall in der Vogelwelt ist der Nachwuchs da: Die Bodenbrüter Braunkehlchen, Wiesenpieper, Feldschwirl und Feldlerche haben Junge im Nest. Über den Wiesen kreisen Rotmilan, Mäusebussard und Schwarzmilan, der Weißstorch stakt im Gras. Turmfalken rütteln in der Luft.
Im Röhricht kann man die Futterübergabe zwischen Männchen und Weibchen der Rohrweihe beobachten. Rohrammern, Rohrschwirle, Schilf- und Teichrohrsänger singen und füttern ihre Jungen. Die Wasserralle ruft wie ein quiekendes Ferkel.
Auf dem See führen Schwäne, Haubentaucher und Blässrallen ihre Jungen. Die Flussseeschwalben jagen elegant übers Wasser, man hört ihre kehligen Rufe.
Im Banngebiet Staudacher kann man vom kleinen Rundsteg aus das Fleischfarbene Knabenkraut und blühende Polster der rosa Moosbeere entdecken. Auch die Eiszeitpflanze Karlszepter blüht auf der Lichtung.
Nachts kann man am NABU-Teich beim Federseeparkplatz ein vielstimmiges Froschkonzert genießen. Zwischen den Baumwipfeln flattern Fledermäuse. |
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Die Wiesenapotheke ist eröffnet
Gegen alles ist ein Kraut gewachsen
 Mädesüß
 | Im Juni und Juli blühen interessante Heilpflanzen auf den Riedwiesen rund um den Federsee: Mädesüß, Baldrian und Bittersüßer Nachtschatten.
Eine besonders auffällige Feuchtwiesenpflanze ist das Mädesüß, eine hohe Staude mit gelblich weißen Blüten. Der Name „Mädesüß“ stammt von der früheren Verwendung als Aromastoff für den Met, dem Honigwein der Germanen. Und tatsächlich riecht die Blüte süßlich-aromatisch. In der Volksheilkunde wurde diese Heilpflanze als Schweiß treibendes sowie Schmerz linderndes und Fieber senkendes Mittel eingesetzt, vor allem bei rheumatischen Erkrankungen. Tatsächlich wurde im Mädesüß eine Schmerz stillende Substanz nachgewiesen, nämlich den Grundstoff des Aspirins – welch´ günstige Kombination für reichlichen Metgenuss ohne unangenehme Folgen!
Eine besonders hübsche Heilpflanze kann man bei einem Spaziergang auf dem Federseesteg entdecken: der Bittersüße Nachtschatten mit seinen dunkel lila Blüten rankt sich wie eine Liane am Schilf empor, dem Licht entgegen. Sein Name rührt von der früheren Heilanwendung gegen nächtliche Alpträume („Nachtschaden“). Auch gegen Krebs kam diese Pflanze zum Einsatz. Heute ist sie in der Homöopathie als harntreibendes Mittel bekannt.
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Fledermäuse
Batmans echte Verwandte Im Sommer sieht man in lauen Nächten häufig Fledermäuse bei der Jagd um Laternen oder im Park. Die heimlichen Gesellen „sehen“ mit den Ohren: Sie orientieren sich über Ultraschall-Laute, die ihnen ein Hörbild ihrer Umgebung vermitteln. Die Hälfte aller deutschen Fledermausarten kommen am Federsee vor – dank der Natur schonenden Bewirtschaftung der Feuchtwiesen rund um den Federsee finden sie hier genug Insektennahrung.
Lassen Sie sich bei unseren Fledermaus-Abenden von ihren unglaublichen Sinnesleistungen überraschen! Bei der Fledermauspirsch werden verschiedene Jagdplätze von Fledermäusen besucht. Spezielle Fledermaus-Suchgeräte machen dabei die Ultraschall-Laute hörbar, mit denen Zwerg- und Wasserfledermaus ihre Beute orten. Ohne technische Hilfe sind diese Laute für das menschliche Ohr zu hoch und daher nicht wahrnehmbar. |
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Wo das Schilfschwein schreit...
Die Wasserralle quiekt wie ein Ferkel Wussten Sie schon, dass am Federsee eine seltene Spezies lebt, das Schilfschwein? Es lebt verborgen im Schilf, zeigt sich kaum, und es quiekt wie ein Ferkel! … Nun ja, das ist natürlich „Ornithologenlatein“. Tatsächlich hören Sie die Wasserralle, die ihr Revier absteckt! Dieser gut getarnte Rallenvogel lebt versteckt im Röhricht und ist kaum zu entdecken. Nur selten fliegt er in niedrigem Flug über den Kanal, dabei ist der rote Schnabel gut zu erkennen. Seine Anwesenheit zeigt dieser Vogel anders: durch auffällige ferkelartige Rufe, was ihm den Spitznamen "Schilfschwein" eingebracht hat! |
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Der Kuckuck ist wieder da!
Frühlingsbote und Vogel des Jahres 2008
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 | Ab Mitte April ist überall im Ried der Kuckuck zu hören. 25 bis 40 Kuckuckspaare brüten am Federsee – beziehungsweise lassen brüten, denn der Kuckuck ist ein Brutschmarotzer: Das Kuckucksweibchen legt seine Eier in fremde Nester in der Hoffnung, dass die Vogeleltern diese unbemerkt ausbrüten und großziehen. Insgesamt ist in Europa bei 45 Wirtsvogelarten erfolgreiche (Kuckucks-)Jungenaufzucht bekannt. Dabei ist jedes Kuckucksweibchen auf eine bestimmte Wirtsvogelart spezialisiert, nämlich auf diejenige, von der sie selbst einst aufgezogen wurde. Am Federsee ist der Teichrohrsänger der bevorzugte Wirt.
Kuckucke arbeiten mit allen Tricks: Hat das Weibchen ein geeignetes Nest gefunden, entfernt sie ein Ei und legt ein eigenes hinzu. Nach einer extrem kurzen Bebrütungszeit von nur 11 – 12 Tagen schlüpft das Kuckucksjunge. Kaum geschlüpft, befördert es alle bereits geschlüpften Wirtsgeschwister oder Eier aus dem Nest. Etwa drei Wochen lang füttern es seine unfreiwilligen Adoptiveltern und sind bald wesentlich kleiner als ihr Stiefkind. Ein Kuckuck wird etwa 33 cm groß, seine Teichrohrsänger-Zieheltern nur 13 cm!
Wer meint, der Kuckuck mache sich ein leichtes Leben, irrt gewaltig. Während andere Vögel ihr Heim innerhalb weniger Tage errichten und mit der beschaulichen Brut beginnen, ist das Kuckucksweibchen ständig auf Achse. Sie muss geeignete Wirtsnester finden, deren Gelege noch nicht vollständig sind, damit die Eier noch nicht bebrütet sind. Da sie einkalkulieren muss, dass die Täuschung auffliegt, legt sie, über etwa 8 Wochen verteilt, wesentlich mehr Eier als „normale“ Vogelweibchen, insgesamt etwa 20 Stück! |
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Orchideenblüte auf den Feuchtwiesen
Aparte lila Akzente
| |  Breitblättriges Knabenkraut
 | Im Mai und Juni blühen verschiedene Orchideenarten auf den feuchten Riedwiesen rund um den Federsee. Der beste Platz zur Beobachtung ist die vom Naturschutz frei gehaltene Lichtung im Banngebiet Staudacher, auf der neben dem Breitblättrigen Knabenkrauf (im Mai) und dem Fleischfarbenen Knabenkraut (im Juni) auch Raritäten aus anderen Pflanzenfamilien wachsen.
Zehn Ochideenarten wachsen im Federseeried. Sie profitieren von der Natur schonenden Bewirtschaftung der Feuchtwiesen am Federsee. Die späte Mahd ab Ende Juni ermöglicht es ihnen, zu blühen und sich auszusamen. Der Verzicht auf Gülledüngung schont die ursprünglich nährstoffarmen Moorstandorte. Auf überdüngten Standorten könnten sich Orchideen gegenüber Nährstoffliebhabern wie Löwenzahn und Süßgräser nämlich nicht durchsetzen. Von einer späten Mahd profitieren übrigens nicht nur seltene Feuchtwiesenpflanzen – auch am Boden brütende Vögel können dann gefahrlos ihre Jungen aufziehen.
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NABU-Naturschutzzentrum Federsee
Federseeweg 6
88422 Bad Buchau
Tel: 0 75 82 / 15 66
Fax: 0 75 82 / 17 78
eMail: info@nabu-federsee.de | Träger des Naturschutzzentrums
Naturschutzbund Deutschland e.V. (NABU)
Landesverband Baden-Württemberg | |
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Unsere nächsten Veranstaltungen
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 | Sa, 22.06.13, 20:00 Natur am Federsee | Di, 25.06.13, 20:00 Führung in den Wackelwald | Sa, 29.06.13, 20:00 Natur am Federsee | Di, 02.07.13, 19:30 Führung in den Wackelwald | Sa, 06.07.13, 19:30 Themenführung zum Federsee |  |
Weitere Termine im Veranstaltungskalender
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 Wir veranstalten für Sie regelmäßig öffentliche Führungen. Werfen Sie einen Blick auf unsere Übersicht.
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Was ist los am Federsee?
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 Hier erhalten Sie Tipps zur Planung Ihres Aufenthalts am Federsee. Viel Spaß!
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