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NABU Naturschutzzentrum Federsee
> Aktuell > aktueller Naturbeobachtungstipp

  Naturbeobachtung im März
Kleine Details verraten: der Frühling ist da!

 Brachvögel im Zug
Trupp ziehender Großer Brachvögel
Im März verraten kleine Details, dass der Frühling unmittelbar bevorsteht. So begrüßt uns beim Aufwachen endlich wieder das Frühlingslied der Kohlmeise!
Viele Zugvogelarten kommen jetzt aus den Winterquartieren zurück, unter anderem Kiebitze, Wiesenpieper und Feldlerchen sowie ab Mitte März die ersten Rohrweihen. Auch die ersten Rotmilane patrouillieren bereits am Himmel, Schwarzmilane erscheinen um die Monatsmitte. Am Federseesteg sind Rohrammern zu sehen. In den Morgen- und Abendstunden rufen Wasserrallen - die Stimme dieser heimlichen Schilfvögel klingt wie das Quieken eines Ferkels. Stare und Bachstelzen übernachten in Schwärmen im Schilf, vom Aussichtsturm des Federseestegs sind sie abends gut zu beobachten.
Auf dem See ist der Wasservogelzug im Gang: Verschiedene Enten- und Möwenarten, Haubentaucher und Kormorane rasten auf dem See. Am Ufer stehen regelmäßig weiße Silberreiher und Graureiher. Höckerschwäne kämpfen erbittert um Reviere.
Im Banngebiet Staudacher sorgen Zaunkönig, Rotkehlchen, Buchfink, Kleiber, Meisen sowie Amsel, Singdrossel und Ringeltaube für erste Vogelstimmen-Konzerte, begleitet vom Trommeln der Bunt- und Grauspechte. Um die Monatsmitte erscheinen dann auch Zilpzalp und Mönchsgrasmücke.
 

  Piepshow bei Familie Star
Live-Einblicke in einen Kamera-Nistkasten


Bildquelle Matthias Ritter
Im NABU-Naturschutzzentrum Federsee kann man wieder einer Starenfamilie live bei ihren Aktivitäten rund ums Familienleben zuschauen. Die Staren-Piepshow findet in einem Spezial-Nistkasten über der Tür des Zentrums statt. Nicht nur für Kinder ein spannendes Erlebnis!
Im Dach des Nistkastens sind eine Kamera und ein Mikrofon integriert. Damit kann man im Ausstellungsraum auf einem Monitor verfolgen, was im Ehe- und Familienleben der Starenfamilie so alles abgeht. Wie Vater und Mutter Star das Nest bauen, wie sie Eier legt, ob es auch bei Staren Ehekrach gibt, wie die Jungen schlüpfen und gefüttert werden - das kann man alles beobachten und mithören, ohne dass die Tiere gestört werden.
In 2016 lag am 5. April das erste Ei im Kasten, am 23.Mai hat das Starenpärchen mit dem zweiten Durchlauf begonnen. Die zweite Brut hat am 29.6. 2016 das Nest verlassen.
 

  Frösche aufgepasst: Es ist Damenwahl!
Krötenwanderung beginnt

Frosch
Wenn in Frühlingsnächten die Temperaturen nicht mehr unter sechs Grad sinken und möglichst noch ein feiner Nieselregen niedergeht, kommen die Frösche und Kröten am Federsee in Hochzeitsstimmung.
Unauslöschlich hat sich bei ihnen ihr Geburtsort eingeprägt. Hierher kommen sie zurück, um sich fortzupflanzen. Die ersten sind die Erdkröten. Die viel kleineren Männchen erscheinen als erste am Laichgewässer. Im Eifer des Gefechts, und weil es bei Erdkröten mehr Männchen als Weibchen gibt, kämpfen die liebeshungrigen Freier zu mehreren um die begehrte Dame. Der siegreiche Kröterich verteidigt seine Position mit energischen Fußtritten. Schlaue haben schon auf der Anreise ein Weibchen ergattert und reiten auf ihrer Dame in den Laichtümpel ein.
Erdkröten laichen in langen, doppelreihigen Perlenketten, Grasfrösche in großen Klumpen. Erdkrötenlaich findet man überwiegend am Federseeufer und im Schilf, Grasfrösche bevorzugen die Gräben. Bei Hochwasser laichen sie auch oft unter dem Federseesteg, so dass man dort abends ein tiefes, vielstimmiges "Raunen" hört.

Hintergrundinformation
Am Federsee wird einiges zum Schutz der Amphibien getan: Viele Gräben werden inzwischen, dem ökologischen Grabenpflegekonzept des Naturschutzes folgend, schonend mit dem Mähkorb statt mit der Fräse geräumt. Das Konzept sieht weiter vor, die Räumung nur im Herbst durchzuführen, damit an den späteren Laichplätzen in Gräben überwinternde Frösche nicht getötet werden. Außerdem erfolgt im Rahmen von Landschaftspflege und Vertragsnaturschutz die Wiesenmahd mit dem schonenderen Messerbalken statt mit Kreiselmähern.

Link zum Ökologischen Grabenpflegekonzept
 

  Der Buntspecht
Holzhacker und Nussknacker


Buntspecht - Franz Mertens
In den Naturwäldern rund um den Federsee kann man viele Spechthöhlen entdecken. Wo Totholz nicht entfernt wird, finden die gefiederten Zimmerleute einen optimalen Lebensraum. Daher sind am Federsee verschiedene Spechtarten heimisch, z.B. Buntspecht, Schwarzspecht, Grünspecht und Grauspecht. Am häufigsten ist der Buntspecht. Im Sommer frisst er Insekten wie Ameisen, Blattläuse und Käferlarven sowie Spinnen. Vier Zentimeter weit kann er seine borstige Zunge hervor strecken und die Beute wie mit einer Harpunenspitze aufspießen. Im Winter frisst er vor allem Samen.
Mehr als jede andere Vogelart sind Spechte auf Holz angewiesen: Im Holz lebt ihre Nahrung, sie legen dort Vorratskammern, Schlafhöhlen und Kinderstuben an und verständigen sich per Holztelefon: Durch Klopf- und Trommelsignale. Ihre Bruthöhlen zimmern sie in stammfaulen Bäumen. Da Spechte jedes Jahr mehrere Höhlen bauen, sind sie die „sozialen Wohnungsbauer“ des Waldes. Verlassene oder halb fertige Spechthöhlen finden schnell dankbare Nachmieter: Meisen, Kleiber, Eulen, Hohltauben, Siebenschläfer, Wildbienen und Fledermäuse.
 

  Exotische Silberreiher am See
Schneeweiße Gäste am Federseeufer


Bildquelle Franz Mertens
Im Herbst und Winter kann man am Federsee häufig größere Mengen schneeweißer Reiher beobachten: Silberreiher. Sie haben etwa die Größe eines Graureihers, sind aber schlanker und haben einen besonders langen Hals. Ihre reinweiße Farbe macht sie unverwechselbar.
Silberreiher sind keine Brutvögel am Federsee, jedoch im Winter und besonders zu den Zugzeiten regelmäßige Gäste. Häufig übernachten sie zu mehreren auf einer Insel am Nordufer des Sees an einem gemeinsamen Schlafplatz.
Beste Beobachtungsstandorte: Besucherplattform am Ende des Federseestegs (gegenüber liegendes Seeufer) sowie Aussichtsturm in der Mitte des Federseestegs (kanalabwärts, rechtes Kanalufer).
 

  Zugvögel vollbringen Höchstleistungen
Globetrotter mit GPS-Orientierung

 
Star - Bildquelle Tom Dove
Im März sind die ersten Winterurlauber wieder zurück. Zwischen Winter- und Sommerquartier liegen bei vielen Zugvögeln lange Strecken - bei Küstenseeschwalben sogar weit mehr als 25.000 Kilometer! Sie pendeln zwischen ihren arktischen Brutgebieten und den antarktischen Winterquartieren hin und her, so dass die nur etwa 100 Gramm leichten Vögel im Lauf ihres Lebens bis zu einer Million Kilometer zurücklegen! Auch unsere heimischen Sumpfrohrsänger sind „Vielflieger“: Sie sind während zwei Dritteln des Jahres unterwegs.
Gänse und Störche, die in Verbänden ziehen, lernen den richtigen Weg als Jugendliche von den Erwachsenen. Andere wie Grasmücken oder Trauerschnäpper haben ihre Flugroute genetisch einprogrammiert. Dank verschiedener Orientierungssysteme wissen Vögel zu jeder Zeit, wo es lang geht. Dabei ist der Zugweg nicht immer die kürzeste Verbindung: So fliegen unsere Gartengrasmücken zunächst in Richtung Südspanien, schwenken dann am Golf von Gibraltar um auf Südost-Kurs und erreichen schließlich ihr Ziel südlich der Sahara. So vermeiden sie die gefährliche Überquerung der Alpen und des Mittelmeers und außerdem Durststrecken in der Wüste.
 

  Die Zugvögel kehren zurück
Interessante Beobachtungsmöglichkeiten

Weißstorch
Weißstorch
Mit den milder werdenden Temperaturen kehren Mitte März in großen Mengen die Zugvögel an den Federsee zurück. Vor allem sind es die "Kurzstrecken-Zieher", die nicht im südlichen Afrika, sondern nur in West- und Südeuropa und rund ums Mittelmeer überwintert haben.

Feldlerche, Bachstelze, Hausrotschwanz, Singdrossel und Zilpzalp gehören dazu. Auch Rohrammern, Wiesenpieper, Kiebitze und Bekassinen treffen zunehmend ein und man kann sie in den Feuchtwiesen beobachten. Die ersten Rohrweihen und Schwarzmilane sind ebenfalls zu sehen. Einzelne Weißstörche inspizieren schon die Nester in den Federsee-Dörfern. Auf dem Federsee kann man noch die letzten Gänsesäger sowie verschiedene Entenarten entdecken. Mit Glück kann man auch mal eine Rohrdommel beobachten. Vormittags hat man die Chance, am Steg auf Bartmeisen zu treffen.

Im Banngebiet Staudacher trommeln Klein-, Bunt- und Grauspecht. Verschiedene Meisen, Zaunkönig, Rotkehlchen und Buchfink sowie Amsel und Singdrossel sorgen für erste Vogelstimmen-Konzerte.

Manche Vogelarten finden sich abends zu eindrucksvollen Schlafplatz-Versammlungen im Schilfröhricht des Federsees ein. So kann man Schwärme von Staren und Bachstelzen vom Aussichtsturm am Federseesteg aus beobachten. Auch die Wasserralle kann man am Steg in den Abendstunden häufig hören.
 

  NABU-Naturschutzzentrum Federsee
Federseeweg 6
88422 Bad Buchau
Tel: 0 75 82 / 15 66
Fax: 0 75 82 / 17 78
eMail:
Träger des Naturschutzzentrums
Naturschutzbund Deutschland e.V. (NABU)
Landesverband Baden-Württemberg
 

Unsere nächsten Veranstaltungen
 
Do, 30.03.17, 15:30
Natur am Federsee
Sa, 01.04.17, 18:30
Themenführung zum Federsee
Di, 04.04.17, 18:30
Führung in den Wackelwald
Sa, 08.04.17, 18:30
Natur am Federsee
Di, 11.04.17, 18:30
Führung in den Wackelwald

Weitere Termine im Veranstaltungskalender

gefördert nach dem Förderprogramm Landschaftspflege-richtlinie (LPR)
 


 

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  EU-Life
Infos zum LIFE+-Projekt Federsee

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