Pflanzen

Etwa 700 höhere Pflanzenarten sind im Federseemoor kartiert. Von der Natur schonenden Wiesenbewirtschaftung  mit einer späten Mahd und Gülleverzicht profitieren nicht nur Orchideen, sondern auch andere seltene Feucht-wiesenpflanzen. Viele davon sind übrigens bekannte Heilpflanzen, so die Blutwurz, der Schlangenknöterich, die Engelwurz, der Baldrian oder das Mädesüß. 

 

Direkt von den Wegen kann man Orchideen sehen - und zur Blütezeit der Feuchtwiesen Ende Mai lohnt sich ein Besuch besonders! Doch auch für Botaniker ist das Federseemoor interessant, denn hier wachsen zahlreiche Eiszeitrelikte, für die man sonst den weiten Weg in die Tundra unternehmen müsste... 

Eiszeitrelikte

Eiszeitpflanze Karlszepter im Federseeemoor
Bild: Andreas Zeitler

Am Federsee herrscht "Eiszeit" - weil dort heute noch seltene Vertreter einer eiszeitlichen Pflanzenwelt vorkommen, die andernorts in Baden-Württemberg längst ausgestorben sind -
so genannte Eiszeitrelikte. Ihre heutigen Hauptvorkommen
sind auf die nördlichen Tundrenregionen beschränkt. 

Grund ist unsere offene Moorlandschaft und das kühle Lokal-klima im Moor. Für das Karlszepter ist das Federseebecken der südwestlichste Vorposten seines Verbreitungsgebietes. 

 

Zu den Eiszeitrelikten am Federsee gehören: Karlszepter, Kriechweide, Moosbeere, Rosmarinheide, Strauchbirke


Orchideen

Orchidee im Federseemoor
Bild: Andreas Zeitler

10 Orchideenarten wachsen im Federseemoor. Einige davon können Sie zur Blütezeit Ende Mai direkt von den Wegen aus sehen, so das Breitblättrige und das Fleischfarbene Knabenkaut. Der beste Beobachtungsstandort ist die kleine Lichtung im Banngebiet Staudacher. 

 

Folgende Orchideenarten wachsen im Moor: Breitblättriges Knabenkraut, Fleischfarbenes Knabenkraut, Fuchssches Knabenkraut, Großes Zweiblatt, Kleines Knabenkraut, Mücken-Händelwurz, Sumpfglanzkraut, Sumpfständelwurz, Traunsteiners Knabenkraut, Zweiblättrige Waldhyazinthe


Blüte der Feuchtwiesen

Feuchtwiesenblüte am Federsee
Bild: Kerstin Wernicke

Ende Mai blühen unsere Feuchtwiesen in zauberhaften Farb-teppichen. Durch die extensive Bewirtschaftung kommen viele seltene Pflanzen noch häufig vor. Weil jede Art sich in dem kleinräumigen Mosaik der Wasser-, Nährstoff- und Bewirtschaf-tungsverhältnisse ihren bevorzugten Standort sucht, entstehen charakteristische Muster:  Kräftig lila blüht die Sumpfkratzdistel, hellrosa der Schlangenknöterich, satt gelb der Scharfe Hahnen-fuß, kräftig rosa die Kuckuckslichtnelke und dunkel altrosa steuert das seltene Sumpfläusekraut bei.  

 

Besonders eindrucksvolle Farbteppiche sehen Sie entlang dem Weg zwischen Federseeparkplatz und Banngebiet Staudacher.