Moorrenaturierung

Bereits zwei Mal hat die EU den Naturschutz bei der Renaturierung entwässerter Moorflächen am Federsee unterstützt. Dabei flossen kapp 1,5 Mio Euro aus dem LIFE-Natur-Programm der EU an den Federsee, dieselbe Summe steuerten örtliche Träger bei. 

 

Von 1997 - 2002 wurden in einem ersten Projekt etwa 250 Hektar Flächen renaturiert. Im Folgeprojekt konnten zwischen 2009 und 2014 weitere 200 Hektar ausgetrockneter Moorflächen erfolgreich wieder vernässt werden. Sämtliche Maßnahmen fanden auf landeseigenen Flächen statt, Privatbesitz war nicht betroffen. 

 

Nur wenige Jahre nach Abschluss der Maßnahmen entwickeln sich die Flächen bereits erfolgreich in Richtung moortypischer Vegetation, verschwundene Arten sind zurück gekehrt. Auch die Vogelwelt reagiert positiv. 

 

Wenn Sie sich für die Projekte näher interessieren, können Sie in unserem Downloadbereich einige Projektpublikationen herunterladen, z. B. den bebilderten Projektbericht.

 


Moorrenaturierung in der Presse:

Hier können Sie einen Beitrag über die Renaturierungsmaßnahmen herunterladen, veröffentlicht im Schweizer BirdLife-Magazin ORNIS, Ausgabe Dezember 2018: Download

 


Maßnahmen

Moorrenaturierung am Federsee
Bild: Kerstin Wernicke

Umgestaltung und Renaturierung großer Gräben

 

Im nördlichen Federseeried wurden auf einer Länge von über 2000 Metern zwei ehemals stark eingetiefte große Entwässerungsgräben umgestaltet. Die Bachsohle wurde höher gelegt und der Verlauf  wieder mäandrierend gestaltet.

So fließt das Wasser langsamer ab  - im Moor bleibt mehr wertvolles Nass. 

 


Moorrenaturierung am Federsee
Bild: Jost Einstein

Neubau des Wehrs im Abfluss des Federsees

 

Das mittlerweile 30 Jahre alte, marode Wehr im Abfluss des Federsees wurde 2002 durch ein neues Wehr ersetzt.

Bereits im extrem trockenen "Jahrhundertsommer" 2003 hat es seine Feuerprobe bestanden und den See vor dem Austrocknen bewahrt. 


Moorrenaturierung am Federsee
Bild: Jost Einstein

Grabenverschlüsse und -verfüllungen

 

Allein im nördlichen Federseeried wurden auf einer Länge von 30 km Gräben verschlossen - entweder durch punktuell gesetzte Torfpfropfen 

oder durch flächige Verfüllung mit vererdetem Torf. 

Auch im südlichen Teil des Federseeriedes wurden auf diese Weise größere Vernässungszonen geschaffen.


Moorrenaturierung am Federsee
Bild: NABU Federsee

Einbau von Spundwänden und regulierbaren Stauklappen 

 

In Bereichen mit stärkerem Gefälle leisten quer eingebrachte Spundwände und regulierbare Stauklappen den nötigen Wasserrückhalt im Gebiet. 


Moorrenaturierung am Federsee
Bild: Kerstin Wernicke

Herauslegung eines Segelflugplatzes aus dem südlichen Federseeried 

Durch den Erwerb des Segelflugplatzes und den Rückbau der Gebäude und Drainagen wurde der Weg frei für eine umfangreiche Renaturierung des Geländes.

Heute landen seltene Wiesenbrüter statt Flugzeuge auf der ehemaligen Landebahn. 


Freistellen wertvoller Pflanzenstandorte im Federseemoor
Bild: Georg Greven

Freistellen besonders wertvoller Pflanzenstandorte

 

In einem Kalkquellmoor im NSG Federsee wurden durch umfangreiche Rodungsarbeiten wieder ausreichende Lichtverhältnisse für eine spezielle Flora geschaffen. 


Rettung des UNESCO-Welterbes am Federsee
Bild: Kerstin Wernicke

Rettung des UNESCO-Welterbes am Federsee

Durch gezielte Vernässungen konnten drei Fundstellen des UNESCO-Welterbes "Prähistorische Pfahlbauten um die Alpen" vor der entwässerungsbedingten Austrocknung gerettet und damit für die Nachwelt erhalten werden. 


Besucherlenkung am Federsee
Bild: Kerstin Wernicke

Besucherlenkung und umfangreiche Öffentlichkeitsarbeit

 

Im Gelände entstanden im Zuge der Renaturierungen attraktive Besucher-einrichtungen: so kann man im nördlichen Ried nun von zwei Aussichts-punkten mit Infotafeln einen Blick auf die renaturierten Flächen werfen und die Veränderungen verfolgen.  

Über Führungen, Vorträge, Print- und digitale Medien sowie intensive Öffentlichkeitsarbeit informiert das NABU-Zentrum Einheimische und Gäste über die Einmaligkeit dieses größten Moores in Südwestdeutsch-land.