Beobachtungstipps im Juni

Die Federseenatur im Juni

Feuchtwiese im Federseemoor
Blütenreiche Feuchtwiese (Bild: NABU/Jost Einstein)

Im Juni bieten die Feuchtwiesen Spaziergängerinnen und Spazier-gängern ein Feuerwerk an Farben. Blütenteppiche zaubern lila, rosa, weiße und gelbe Aspekte auf die Riedwiesen. Überall in der Vogelwelt ist der Nachwuchs da: Die Bodenbrüter Braunkehlchen, Feldschwirl und Feldlerche haben Junge im Nest. Über den Wiesen kreisen Rotmilan, Mäusebussard und Schwarzmilan, Turmfalken rütteln in der Luft. 

Im Röhricht kann man die Futterübergabe zwischen Männchen und Weibchen der Rohrweihe beobachten. Rohrammern, Rohrschwirle, Schilf- und Teichrohrsänger singe und füttern ihre Jungen. Die Wasserralle ruft wie ein quiekendes Ferkel. 

 Die Flussseeschwalbe jagt elegant übers Wasser. Im Banngebiet Staudacher kann man vom kleinen Rundsteg aus das Fleischfarbene Knabenkraut sehen. 


Feuchtwiesenblüte

Kuckuckslichtnelke, Sumpfläusekraut
Feuchtwiesenblüte (Bild: NABU/Kerstin Wernicke)

Nie sind unsere Feuchtwiesen schöner als jetzt, nämlich: intensiv rosa (Kuckuckslichtnelke, im Bild), dunkelrosa (Sumpfläusekraut), blassrosa (Wiesenschaumkraut, Schlangenknöterich), hellrot (Bachnelkenwurz) und gelb (Scharfer Hahnenfuß) - und dazwischen: Rehe! Weil das Naturschutzgebiet Federsee Jagdbanngebiet ist, äsen sie ohne Scheu.

 


Die Wasservögel haben Nachwuchs

Höckerschwäne auf dem Federsee
Höckerschwan mit Nachwuchs (Bild: Bettina Fieber)

Im Frühjahr haben die Wasservögel ihre Reviere abgesteckt. Dabei ging es teilweise richtig zur Sache! Kein Wunder, geht es doch dabei um die wichtigste Sache der Welt, nämlich den Nachwuchs zu sichern. Nur wer sich ein gutes Revier erkämpft, hat Chancen auf Fortpflanzung.

Daher sehen Sie in der Mitte des Federseestegs häufig größere Gruppen von Höckerschwänen - die Pechvögel, die kein Revier abbekommen haben. Im Mai sind die Wasservogeljungen geschlüpft.

 


Wasserralle - alias Schilfschwein

Wasserralle am Federsee
Wasserralle (Bild: NABU/Jost Einstein)

Wussten Sie schon, dass am Federsee eine seltene Spezies lebt, das Schilfschwein? Es lebt verborgen im Schilf, zeigt sich kaum, und es quiekt wie ein Ferkel! … Nun ja, das ist natürlich „Ornithologenlatein“. Tatsächlich hören Sie die Wasserralle, die ihr Revier absteckt! Dieser gut getarnte Rallenvogel lebt versteckt im Röhricht und ist kaum zu entdecken. Nur selten fliegt er in niedrigem Flug über den Kanal, dabei ist der rote Schnabel gut zu erkennen. Seine Anwesenheit zeigt dieser Vogel anders: durch auffällige ferkelartige Rufe, was ihm den Spitznamen "Schilfschwein" eingebracht hat!

 


Die Wiesenapotheke ist eröffnet

Feuchtwiesenblüte am Federsee
Schlangenknöterich (Bild: NABU/Jost Einstein)

Im Mai, Juni und Juli blühen interessante Heilpflanzen auf den Riedwiesen rund um den Federsee: Mädesüß, Baldrian, Schlangenknöterich, Sumpfblutauge, Engelwurz und Bittersüßer Nachtschatten gehören dazu. Gegen fast alles war ein Kraut gewachsen, wussten unsere Vorfahren. 

Interessante Anekdoten zu den alten Heilpflanzen erfahren Sie auf den Führungen des NABU-Zentrums.