Moore sind natürliche Klimaschützer
Intakte Moore wirken der Klimakrise entgehen, weil sie immense Speicher für Kohlenstoff sind, einen Bestandteil des klimaschädlichen Gases Kohlendioxid.
Die Moore in Oberschwaben sind Tausende Jahre alt. Während des Wachstums haben Moorpflanzen Kohlenstoff aus der Luft gebunden, indem sie Kohlendioxid aufgenommen und daraus ihre Biomasse
aufgebaut haben. Dadurch haben sie jahrtausendelang der Atmosphäre Kohlendioxid entzogen. Sie speichern den Kohlenstoff so lange, bis das abgestorbene Pflanzenmaterial zersetzt wird.
Feuchte Moore sind Stoffsenken
Solange Moore feucht sind und wachsen, nehmen sie mehr Kohlendioxid auf als sie abgeben.
Weil im dauernd wassergesättigten Milieu eines gesunden Moores den Bakterien der Sauerstoff fehlt, um Pflanzenreste vollständig zu zersetzen, bleiben im feuchten Moortorf große Mengen an Kohlenstoff fixiert. So lagern weltweit rund 550 Milliarden Tonnen Kohlenstoff in Moorböden, mehr als das Doppelte als in allen Wäldern dieser Erde - und das, obwohl Moore gerade einmal drei Prozent der Erdoberfläche bedecken!
Moore: Das Alter "macht´s"!
Zwar "arbeiten" Moore langsam: Sie nehmen derzeit nur rund 1 % der Kohlendioxidemissionen auf. Da viele unserer Moore aber schon 10.000 - 15.000 Jahre alt sind, ist ihre Speichermasse und damit ihre dem Treibhauseffekt entgegen gesetzte Wirkung enorm.

Entwässerung setzt Klimagase frei
Wenn Moore entwässert werden, kehrt sich der Prozess um: Wie bei einem Kompost zersetzen Bakterien den Torf, und es entweichen klimaschädliche Gase. Neben Kohlendioxid sind dies vor allem Methan und Lachgas.
Bereits vor über 15 Jahren identifizierte der Weltklimarat entwässerte Moore als Ursache für knapp ein Fünftel der vom Menschen verursachten Treibhausgas-Emissionen.

Entwässerung führt zu Torfschwund
Wenn durch den Sauerstoffzutritt die mikrobiellen Abbauprozesse in Gang kommen, zerfällt der Torf. Durch die Entwässerung löst sich der Torf quasi in Luft auf.
Wo die Torfsackung besonders stark ist, werden ins Moor gebaute Wege wellig, wie auf einem Weg bei Bad Buchau deutlich zu sehen.

Bis zu 4 cm Torfverlust pro Jahr
Untersuchungen des Landesamtes für Geologie, Rohstoffe und Bergbau (LGRB) zeigen, dass im Federseeried jährlich bis zu 4 cm Torf verschwinden. Deutlich sieht man das an den mittlerweile rund 40 cm aus dem Boden ragenden Betonfundamenten eines Schuppens beim ehemaligen Torfwerk im südlichen Federseeried.

Moorrenaturierung ist kostengünstiger Klimaschutz
In entwässerten Mooren muss durch Renaturierungen ein feuchtes Milieu geschaffen werden, um das Neuwachstum von Torf anzustoßen.
Dabei schneidet die ökonomische Effizienz von Moor-Renaturierungs-maßnahmen durchaus gut ab im Vergleich zu anderen landnutzungs-orientierten CO2-Vermeidungsstrategien wie z. B. Biogas-Erzeugung.
Im Federseemoor wurden bereits auf rund 450 Hektar wieder moortypischere Verhältnisse geschaffen - aktuell findet im Betzenweiler Ried im nördlichen Bereich des Federseebeckens ein weiteres Revitalisierungsprojekt statt.