Beobachtungstipps im Juli

Die Federseenatur im Juli

Feuchtwiese im Federseemoor
Blütenreiche Streuwiese (Bild: Jost Einstein)

Im Juli stehen die Feuchtwiesen in voller Blüte: Mädesüß, Baldrian, Zungenhahnenfuß, Sumpfblutauge und Bachkratzdistel garnieren die Wiesen mit Farbtupfern. Die Eltern der Braunkehlchen, Wiesen-pieper, Feldschwirle und Feldlerchen füttern ihren Nachwuchs auch nach dem Ausfliegen noch einige Tage und warnen dann auffällig.

Im Röhricht singen Teichrohrsänger und Rohrschwirl nur noch sporadisch. Sie haben Junge. Die jungen Rohrweihen warten auf Büschen darauf, dass ihre Eltern sie füttern. Die ansonsten heimlich lebenden Wasserrallen rufen wie quiekende Ferkel. 

Auf dem See führen Wasservögel ihre Jungen. Flussseeschwalben jagen elegant übers Wasser. Sie brüten auf Brutflößen. Die Teichosen blühen jetzt und bilden eindrucksvolle Schwimmblattteppiche.


Biber beim Abendessen beobachten

Biber am Federsee (Bild: Gerti Potschienn-Roth)
Biber am Federsee (Bild: Gerti Potschienn-Roth)

Wer noch nie eine Biberburg gesehen hat, dem empfehlen wir einen Abendspaziergang auf dem Federseesteg - links vom Steg, kurz bevor dieser das erste Mal ans Wasser kommt, sieht man eine Biberburg. Mit etwas Glück bekommt man die Nager auch zu sehen.

Das hiesige Nahrungsangebot ist für den Vegetarier günstig: Feuchtwiesenpflanzen wie Gräser, Mädesüß, Schilf, Rohrkolben und Wiesenknöterich sind die bevorzugte Sommernahrung. Für den Winter deponiert er Weiden- und Pappelzweige unter Wasser, deren Rinde er frisst.


Ringelnattern

Ringelnatter am Federsee
Ringelnatter (Bild: Jost Einstein)

Da ihre bevorzugte Beute Fische, Frösche und Molche sind, sind Ringelnattern hervorragende Schwimmer und können sogar tauchen. Daher kann man häufig ein Exemplar beim Durchschwimmen des Federseekanals beobachen - oder beim Sonnenbad am Ufer des Federsees, denn wie alle Schlangen lieben Ringelnattern die Wärme.


Schmetterlinge

Zitronenfalter auf einer Kohldistel im Federseemoor
Zitronenfalter (Bild: Bettina Fieber)

Was ist noch Bestandteil der Pflanze, und wo beginnt der Schmetterling? Zitronenfalter sind perfekt auf der Kohldistel getarnt! Ihre Raupen ernähren sich unter anderem vom Faulbaum der im Federseemoor häufig vorkommt. 

In den Natur schonend bewirtschafteten Feuchtwiesen rund um den Federsee leben knapp 600 Schmetterlingsarten. Sie profitieren von der späten Mahd, die die Pflanzen blühen lässt. 


Morgenkühle statt Mittagshitze nutzen

Morgenstimmung am Federsee (Bild: Sabine Häring)
Morgenstimmung am Federsee (Bild: Sabine Häring)

Nutzen Sie die kühlen Morgenstunden, um einen (noch) erfrischenden Spaziergang über den Federseesteg zur Besucherplattform im See zu machen! Sie erleben nicht nur, wie die Vogelwelt im Schilf und am See erwacht, sondern werden auch noch mit zauberhaften Nebelstimmungen und Farbspielen belohnt!


Schattige Plätzchen im Bannwald Staucher

Eichhörnchen (Bild: Wolfgang Kiesewetter)
Eichhörnchen (Bild: Wolfgang Kiesewetter)

Im schattigen Banngebiet Staudacher herrscht auch im Hochsommer angenehme Kühle.  In der großen Arten- und Strukturvielfalt des naturbelassenen Waldes leben eine Menge Tiere.  Auf der kleinen Lichtung am Rundsteg entdecken Sie zudem Eiszeitreliktpflanzen - Reste einer eiszeitlichen Flora, die hier am Federsee seit der letzten Eiszeit überdauert hat.